Mikrovaskuläre Dekompression

Sie gilt als Verfahren der ersten Wahl bei der operativen Behandlung der Trigeminusneuralgie, insbesondere wenn der erste Ast oder alle drei Äste einer Gesichtshälfte betroffen sind. Das Prinzip beruht auf der Vorstellung, dass die Ursache der Trigeminusneuralgie in einer Druckschädigung des Nerven durch  ein kreuzendes Gefäß bei seinem Austritt aus dem Hirnstamm besteht. Die Pulswellen dieses Gefäßes sollen zu einer lokalen Demyelinisierung (Entmarkung) führen. Dadurch kommt es zu Kurzschlüssen im Bereich des Nerven.

Bei dieser Operation wird der Kopf im Bereich der hinteren Schädelgrube eröffnet, der Nervus trigeminus unter dem Operationsmikroskop dargestellt und von dem kreuzenden Gefäß befreit. Meist wird zusätzlich ein kleines Teflon Plättchen oder Muskelstückchen zwischen Nerv und Gefäß gelegt. 

Die mikrovaskuläre Dekompression ist die einzige Methode, die ohne Ausschaltung des Nerven zurechtkommt und somit die Krankheit auch heilen kann. Nachteil ist der relativ hohe operative Aufwand mit Schädeleröffnung und längerem Klinikaufenthalt. Diese Methode sollte daher nur bei Patienten unter 70 Jahren zum Einsatz kommen.

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